Gen Z in der Arbeitswelt: mehr als jeder Vierte erlebt Generationen-konflikte
Zwei Drittel der Gen Z meinen, dass Spannungen zwischen Jung und Alt in der Gesellschaft in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Im Joballtag erleben 28 Prozent von ihnen Konflikte zwischen Altersgruppen. Jeder vierte junge Beschäftigte mit diesen Konflikterfahrungen fühlt sich dadurch stark oder sogar sehr stark belastet. Der Krankenstand ist bei der Gen Z, also bei den unter 30-Jährigen, unterdurchschnittlich.
Berlin, 15. Juli 2025 (IGES Institut) - Das geht aus dem DAK-Gesundheitsreport „Gen Z in der Arbeitswelt“ hervor, für den das IGES Institut Daten von rund 2,4 Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet hat und mehr als 7.000 Beschäftigte zu dem Thema befragt hat. Von den 43 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland sind 8,3 Millionen unter 30 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 19 Prozent. Zur Gen Z zählen zwischen 1995 und 2010 Geborene.
Vor allem Betroffene im Gesundheitswesen und Erziehungsbereich
Generationenkonflikte bei der Zusammenarbeit erleben 23 Prozent der Beschäftigten aller Altersklassen im Durchschnitt zumindest hin und wieder. Umgekehrt berichten die übrigen rund 77 Prozent der Berufstätigen, dies nur selten oder nie zu erfahren. In der Gruppe der Unter-30-Jährigen erfahren 28 Prozent der Beschäftigten Generationenkonflikte. Sie sind damit überdurchschnittlich oft davon betroffen. Vor allem Berufstätige in den Branchen Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erziehung und Unterricht, knapp 30 Prozent, erleben Konflikte zwischen Alt und Jung.
Alterszusammensetzung von Teams hat Einfluss
Generationsspannungen treten am häufigsten in eher älteren Teams auf. Dort sind 44 Prozent der jüngeren Beschäftigten zumindest hin und wieder davon betroffen. In einem eher jungen Team werden mehr Konflikte insbesondere von älteren Beschäftigten erlebt. Hier berichten Beschäftigte ab 50 Jahren zu einem größeren Anteil von Generationenkonflikten (28 Prozent).
Mehrheit ist mit der Arbeit zufrieden
Insgesamt betrachtet sind unter 30-jährige Beschäftigte aber mehrheitlich mit ihrer Arbeit zufrieden: 84 Prozent berichten, voll und ganz (26 Prozent) sowie eher zufrieden (58 Prozent) im Job zu sein. Ganz allgemein zeigt sich eine höhere Arbeitszufriedenheit, wenn keine Generationenkonflikte bestehen. Bestehen keine Generationenkonflikte sind 31 Prozent aller Beschäftigten vollkommen zufrieden mit ihrer Arbeit, mit Generationenkonflikten nur 20 Prozent.
Unterdurchschnittlicher Krankenstand der Gen Z
Der Krankenstand ist bei der Gen Z mit 4,7 Prozent unterdurchschnittlich. Bezogen auf alle Beschäftigten liegt der Wert bei 5,4 Prozent (im Jahr 2024). Unter 30-Jährige sind dabei häufiger krankgeschrieben – haben 42 Prozent mehr Arbeitsunfähigkeitsmeldungen, sind dabei jedoch durchschnittlich kürzer krankgeschrieben.
Auch bei den unter 30-jährigen Beschäftigten liegen Atemwegserkrankungen an der Spitze der Fehlzeiten. Junge Beschäftigte haben hier jedoch überdurchschnittliche viele Fehltage. An zweiter Stelle stehen psychische Erkrankungen, die bei jungen Beschäftigten zwar zu unterdurchschnittlich vielen Fehltagen führen, aber insgesamt eine höhere Bedeutung im Krankenstand der Jüngeren haben.
Folgen der Coronapandemie bei der Gen Z
Die Coronapandemie hat die Gen Z beim Umgang mit Infekten sensibilisiert: Mehr als jeder zweite Beschäftigte unter 30 Jahren gibt häufiger als der Durchschnitt und als ältere Beschäftigte an, seit der Pandemie generell vorsichtiger im Umgang mit Infekten zu sein. Jeder Vierte berichtet, sich bei Erkältungssymptomen eher krankschreiben zu lassen. Bei den Beschäftigten ab 50 sind es mit 14 Prozent deutlich weniger.
