Prävention bei Pflegebedürftigen: Hausärzte und Pflegeberatung sollten mehr unterstützen

Speziell qualifizierte Personen sollen künftig Seniorenheime dabei beraten und unterstützen, wie sie einen bewegungsfreundlichen Alltag für die Bewohnerschaft gestalten und so deren Gesundheit fördern können.

Berlin, 8. Mai 2020 (IGES Institut) - Der Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. hat das Projekt „Pflegeeinrichtungen – Bewegungsfreundliche Organisationen“ (PfleBeO) initiiert, bei dem das IGES Institut einer der Projektpartner ist. Weitere Projektpartner sind die Forschungsgruppe Geriatrie Lübeck des Krankenhauses Rotes Kreuz Lübeck – Geriatriezentrum, die MA&T Sell & Partner GmbH sowie das Institut für Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren, welches bewegungsfördernde Strukturen und Prozesse in stationären Pflegeeinrichtungen stärkt.

Neues Qualifizierungsangebot im Bereich Pflege entsteht

Hierzu wird ein Angebot für die Qualifizierung zu Bewegungsberaterinnen und
-beratern für Pflegeeinrichtungen entwickelt. Diese sollen Beratung, Schulungen und Netzwerkarbeit einsetzen, um Pflegeeinrichtungen dabei zu unterstützen, ihre Organisation und ihre Abläufe so anzupassen, dass Bewohnerinnen und Bewohner zu mehr Bewegung angeregt werden. Erreicht werden soll dies etwa mit Hilfe neuer Bewegungsangebote, aber auch durch veränderte tägliche Routinen oder die räumliche Gestaltung der Heime.

Während der dreijährigen Projektlaufzeit sollen die ersten Bewegungsberaterinnen und -berater qualifiziert werden und gemeinsam mit stationären Pflegeeinrichtungen erproben, wie eine Einrichtung bewegungsfreundlicher wird, und wie die Zusammenarbeit mit den Bewegungsberaterinnen und -beratern am besten ablaufen sollte.

Umsetzung des Präventionsgesetzes

Hintergrund des Projekts ist, dass Pflegekassen mit dem Präventionsgesetz von 2015 den Auftrag erhalten haben, Leistungen zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen zu erbringen. Diese Angebote müssen sich von „regulären“ Pflegeleistungen, welche bereits präventive Elemente beinhalten, abgrenzen oder über solche Leistungen hinausgehen. Der PKV-Verband hat im Namen seiner Mitglieder das Projekt PfleBeO ins Leben gerufen, um über Versicherungsgrenzen hinweg pflegebedürftige Personen und die sie Versorgenden zu unterstützen und damit dem vom Gesetzgeber geforderten Auftrag zu mehr Präventionsleistungen zu entsprechen.

Körperliche Aktivität ist ein im Präventionsleitfaden des GKV-Spitzenverbandes ausgewiesenes Handlungsfeld für mehr Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege. Weitere Bereiche sind Ernährung, Stärkung kognitiver Ressourcen, psychosoziale Gesundheit und Prävention von Gewalt.