Fachkongress: Deutschland als Leitbild für evidenzbasierte digitale Gesundheitsanwendungen

Digital Medicine Conference 2020 widmet sich Health Technology Assessment für digitale Gesundheitsprodukte – USA blicken nach Deutschland

Die Pionierrolle Deutschlands bei der Nutzenbewertung medizinischer Gesundheits-Apps rückt im Ausland immer mehr in den Fokus. Vor allem das neu geschaffene Prüfverfahren, das digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) den Weg in die reguläre Gesundheitsversorgung und damit in die Erstattung ebnet, interessiert internationale Entwickler und Regulierer. Diese neuen gesetzlichen Grundlagen sind daher ein Blickpunkt der diesjährigen Digital Medicine Conference. Zum Experten-Panel gehört die IGES Gruppe mit ihrer Expertise für Digitalisierung und den deutschen Gesundheitsmarkt.

Berlin, 26. November 2020 (IGES Institut) - „Durchlaufen Hersteller digitaler Innovationen das deutsche Verfahren erfolgreich, erschließt sich ihnen ein Markt mit rund 73 Millionen Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung“, erläutert im Vorfeld Michael Weißer, Leiter des auf die Beratung von Medizintechnik spezialisierten Unternehmens AiM - Assessment in Medicine, das zur IGES-Gruppe gehört. In dem als Fast-Track angelegten Verfahren müssen Hersteller dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gegenüber seit Ende Mai 2020 unter anderem einen positiven Versorgungseffekt ihrer digitalen Anwendung nachweisen, wenn sie die Anwendung erstattungsfähig machen wollen. Patienten können sich die Anwendung sodann von ihrem Arzt verschreiben lassen oder diese bei ihrer Krankenkasse anfragen.

Weißer geht davon aus, dass europäische und auch nicht-europäische Länder künftig ähnliche Regularien implementieren werden. Wissen und Erfahrungen mit dem Prüfverfahren in Deutschland seien dann für Entwickler von Vorteil. „Vor allem die richtige Planung sowie das frühzeitige Aufsetzen von aussagekräftigen Studien zum Nachweis des Versorgungseffektes einer digitalen Anwendung entscheiden über deren Erfolg.“ In seinem Kongress-Vortrag wird er erste Erfahrungen mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das "Apps auf Rezept" eingeführt hat, für Fachleute aus den USA darlegen.

Die Digital Medicine Conference ist ein führender Kongress im Bereich digitaler Gesundheit, der digitale Innovationen vor allem aus Perspektive der evidenzbasierten Medizin (EbM) betrachtet. Veranstalter ist die US-amerikanische Non-Profit-Organisation NODE.Health (Network of Digital Evidence in Health) , das sich als Netzwerk für digitale Transformation und Evidenz im Gesundheitswesen versteht. Die Digital Medicine Conference jährt sich zum vierten Mal und findet coronabedingt zum ersten Mal komplett digital statt.

Digital Medicine Conference
Interaktive Online-Diskussion
Michael Weißer, CEO AiM - Assessment in Medicine
Keynote: Where Evidence Matters - Global Health Strategies, Bringing International Evidence to the US
Mittwoch, 9. Dezember 2020
18.15 – 19.00 Uhr (12.15 – 13.00 PM EST)

Anmeldemöglichkeiten: Link zur Registrierung

Inhalte:
What can the United States learn from different countries’ approaches and strategies for digital health? In 2019, German Ministry of Health passed the landmark Digital Care Act. That same year, the UK government established its digital care unit, NHSx. What are the strategies for success of driving these

• Global approaches to innovation and evidence
• Can international evidence be applicable in the US?
• How are different countries integrating digital health into their health systems and what can we learn from them?
• Standards for life-decision solutions applied to apps?
• International studies applied in the US? Listen to the implications of applying evidence standards across different areas and
• Settings to learn about where evidence matters.