Alternsbedingte Schwerhörigkeit: Teilnehmer für Anwendungsstudie gesucht

Kann ein psychosoziales Trainingsprogramm das Leben mit alternsbegleitender Schwerhörigkeit verbessern und die Bereitschaft fördern, ein Hörgerät zu tragen? Dieser Frage geht eine neue Untersuchung im Rahmen des bundesweiten Forschungsprojekts AgeHearing-QoL nach, an dem das IGES Institut beteiligt ist. Am 1. Juni 2026 startet die Anwendungsstudie im Tinnituszentrum der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Berlin, 20. Mai 2026 (IGES Institut) - Die Anwendungsstudie ist der nächste wichtige Schritt in dem Projekt: Sie soll in der Praxis überprüfen, ob ein psychosoziales Trainingsprogramm, eine Hörgeräteversorgung oder die Kombination beider Maßnahmen die Lebensqualität bei alternsbegleitender Schwerhörigkeit am stärksten verbessert.

Den Boden dafür haben zwei Vorstufen bereitet: Zunächst wertete die Universitätsmedizin Greifswald Daten aus dem Deutschen Alterssurvey (DEAS) aus, um relevante psychosoziale Faktoren zu identifizieren. Anschließend folgte eine bundesweite Online-Befragung durch die Hochschule Landshut. Ziel war es, insbesondere psychosoziale Einflussfaktoren auf die Lebensqualität, wie wahrgenommener Stress, soziale Unterstützung, Anpassungsfähigkeit oder das subjektive Erleben des Älterwerdens im Zusammenhang mit Hörproblemen besser zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in die Entwicklung des Trainingsprogramms ein, das nun erprobt wird.

Das Training umfasst drei Kleingruppensitzungen à 120 Minuten zu den Themen Wissen und Einstellungen zu Höreinbußen, subjektives Alternserleben, Strategien im Umgang mit Höreinbußen im Alltag. Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität der Teilnehmer.

In Deutschland sind mehr als zehn Millionen Menschen von einer mindestens leichten Hörminderung betroffen. Obwohl Hörgeräte nachweislich helfen, werden sie häufig nicht oder nur sporadisch genutzt. Das Projekt „Psychosoziale Faktoren für die Lebensqualität älterwerdender Menschen mit Schwerhörigkeit: Neue Ansätze für die Versorgung" (kurz: AgeHearing-QoL) setzt an dieser Stelle an.

AgeHearing-QoL wird von einem Konsortium unter Leitung der Hochschule Landshut, der Universitätsmedizin Greifswald und der Charité – Universitätsmedizin Berlin durchgeführt. Weitere Partner sind das IGES Institut, der Hörgerätehersteller WSAudiology, der Deutsche Schwerhörigenbund, die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. sowie das Tinnitus-Zentrum der Charité.

Das bis März 2028 laufende Vorhaben wird vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss mit mehr als 1,4 Millionen Euro gefördert.

Informationen zur Anwendungsstudie und zur Teilnahme:

Wer kann teilnehmen?
Gesucht werden Menschen ab 40 Jahren mit ersten Anzeichen oder bereits fortgeschrittener altersbegleitender Schwerhörigkeit – mit und ohne Tinnitus.

Worum geht es?
Untersucht wird, wie sich Hörgerätenutzung und ein neu entwickeltes psychosoziales Trainingsprogramm auf die Lebensqualität von Menschen mit altersbegleitender Schwerhörigkeit auswirken.

Was erwartet die Teilnehmer?
Die Teilnahme umfasst drei Untersuchungstermine vor Ort im Tinnituszentrum der Charité – Universitätsmedizin Berlin, jeweils im Abstand von drei Monaten. Per Zufallsverfahren wird einem von drei Studienarmen zugeteilt: kostenlose hochwertige Hörgeräte (die nach Studienende behalten werden dürfen), ein kostenfreies psychosoziales Training (drei Sitzungen) oder beides zusammen.

Was wird benötigt?

Falls HNO-Befunde oder Hörtests vorliegen, können diese zur Vorabklärung genutzt werden. Eine Teilnahme ist aber auch ohne Vorbefunde möglich.

Zeitraum: 1. Juni 2026 bis 30. September 2027

Wie kann teilgenommen werden?
Bei Interesse bitte per E-Mail unter agehearing@charite.de oder telefonisch unter 030 450 555019 melden.
Nähere Informationen zum Forschungsprojekt gibt es auf der Projektwebsite unter: AgeHearing-QoL

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