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Krankenhaus
Die stationäre Versorgung in Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Mit rund 1.900 Krankenhäusern und etwa 480.000 Betten stellt der Krankenhaussektor einen zentralen Pfeiler der Gesundheitsversorgung dar, steht jedoch vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Die Zuständigkeiten für die Krankenhausstrukturen sind auf verschiedene Akteure auf Bundes- und Landesebene verteilt. Dies führt zu einem Spannungsfeld zwischen regionaler Versorgungsplanung und übergeordneten gesundheitspolitischen Zielen.
Die stationäre Versorgung in Deutschland steht vor vielfältigen und tiefgreifenden Herausforderungen
Demografischer Wandel und Versorgungsbedarf
Die alternde Bevölkerung führt zu einer steigenden Nachfrage nach Krankenhausleistungen. Auch ändern sich dadurch die Behandlungsbedarfe, weil es vorrangig um multimorbide Patienten mit oft chronischen Erkrankungen geht. Regional unterschiedliche demografische Entwicklungen führen zu wachsenden Unterschieden zwischen urbanen und ländlichen Räumen mit entsprechenden Versorgungsherausforderungen.
Fachkräftemangel
Der bereits heute spürbare Mangel an ärztlichem und pflegerischen Personal wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Die Personalgewinnung und -bindung wird demzufolge zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Kliniken. Neue Personaluntergrenzen erhöhen den Personalbedarf zusätzlich.
Finanzierungsprobleme
Die duale Finanzierung und die vielfach unzureichende Investitionsförderung durch die Bundesländer hat in den vergangenen Jahren zu einem erheblichen Investitionsstau geführt. Steigende Betriebs- und Personalkosten bei gleichzeitig begrenzten Erlösmöglichkeiten im DRG-System verschärfen die wirtschaftliche Situation vieler Krankenhäuser. Die Zahl der defizitären Krankenhäuser nimmt kontinuierlich zu.
Strukturprobleme und Überkapazitäten
Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine hohe Krankenhaus- und Bettendichte. Viele Krankenhäuser befinden sich dabei in wirtschaftlich schwerer Lage. Dies ist eine Folge struktureller, finanzieller und regulatorischer Probleme. Die seit einigen Jahren bestehende unzureichende Investitionsförderung der Bundesländer zwingt Kliniken, notwendige Investitionen aus Betriebsmitteln zu finanzieren, während gleichzeitig die Schere zwischen steigenden Betriebs- und Personalkosten einerseits und begrenzten Erlösmöglichkeiten im DRG-System andererseits immer weiter auseinanderklafft. Hinzu kommen der Fachkräftemangel mit steigenden Personalkosten, gesetzliche Personaluntergrenzen sowie die zunehmende Ambulantisierung, die zu sinkenden stationären Fallzahlen führt. Besonders für kleinere Häuser wird die Situation durch den Spezialisierungsdruck und intensiven Wettbewerb verschärft.
Zunehmende Ambulantisierung
Immer mehr Leistungen, die früher stationär erbracht wurden, können heute ambulant durchgeführt werden. Dieser Trend wird durch den medizinisch-technischen Fortschritt und veränderte regulatorische Rahmenbedingungen verstärkt. Die Ambulantisierung führt zu sinkenden Fallzahlen in klassischen stationären Bereichen und erfordert eine strategische Neuausrichtung vieler Krankenhäuser. Krankenhäuser müssen ihre ambulanten Leistungsangebote ausbauen und gleichzeitig die stationären Kapazitäten anpassen, um wirtschaftlich zu bleiben. Die Konkurrenz zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Fachärzten um ambulante Leistungen nimmt zu.
Qualitäts- und Effizienzanforderungen
Steigende Anforderungen an die Versorgungsqualität und Mindestmengen erfordern höhere Fallzahlen und mehr Spezialisierung. Der medizinisch-technische Fortschritt führt zu komplexeren Behandlungsmethoden, die nicht mehr an jedem Standort wirtschaftlich vorgehalten werden können.
Digitalisierung und Technologiewandel
Die digitale Transformation erfordert erhebliche Investitionen in IT-Infrastruktur und Prozessreorganisation. Neue technologische Möglichkeiten verändern Behandlungsprozesse und Organisationsstrukturen grundlegend.
Sektorenübergreifende Integration
Die strikte Trennung zwischen ambulantem und stationärem Sektor führt zu Versorgungsbrüchen und Ineffizienzen. Die Entwicklung integrierter Versorgungskonzepte wird für die Zukunftsfähigkeit der Krankenhäuser immer wichtiger. Neue Versorgungsformen erfordern veränderte regulatorische Rahmenbedingungen und Vergütungsmodelle.
Das IGES Institut bietet umfassende Forschungs- und Beratungsleistungen rund um den Krankenhaussektor an. Dies geschieht in Kooperation mit dem Tochterunternehmen IMC clinicon, ein auf Krankenhäuser spezialisiertes Beratungs- und Dienstleistungsinstitut, das Benchmarking, Analysen und strategisches Consulting im stationären Bereich bietet.
Die IGES-Expertise im Bereich stationäre Versorgung erstreckt sich von der Analyse von Versorgungsstrukturen über die Bewertung von Planungs- und Finanzierungssystemen bis hin zur Entwicklung zukunftsfähiger Versorgungskonzepte.
Wir kombinieren bei unseren Projekten im Krankenhausbereich fundierte wissenschaftliche Expertise mit praxisnaher Beratung und berücksichtigen dabei stets die komplexen gesundheitspolitischen, ökonomischen und medizinischen Rahmenbedingungen des Krankenhaussektors.
- Bereitstellung empirischer Grundlagen für die Krankenhausplanung der Bundesländer
- Unterstützung bei der Erstellung von Landeskrankenhausplänen
- Erstellung von Prognosen über Zahl und Struktur der Bevölkerung für bestimmte Regionen zur Planung von Versorgungsangeboten
- Analysen zu Krankenhausstrukturen und Versorgungsbedarfen
- Analysen zu Finanzierungs- und Vergütungsfragen im Krankenhausbereich
- Beratung zur wirtschaftlichen Situation durch die Verbesserung von medizinischen und organisatorischen Prozessen
- Evaluation von Vergütungsreformen und deren Auswirkungen
- Kalkulation und finanzielle Bewertung einzelner Leistungen
- Durchführung von Benchmarking-Verfahren
- Beratung zur regionalen Wettbewerbspositionierung
- Beratung zur medizinischen und strategischen Leistungsentwicklung
- Unterstützung bei der Portfolioentwicklung und beim Ausbau neuer Leistungsbereiche
- Beratung zur verstärkten Ambulanzorientierung
- Strategische Vorbereitung von Budgetverhandlungen
- Analysen zu Kostentransparenz und -optimierung
- Beratung zur Zielfindung und Prozessoptimierung im Medizincontrolling
- Erhebungen zum Digitalisierungsfortschritt im Gesundheitssystem
- Unterstützung bei der digitalen Transformation von Krankenhäusern
- Analysen zu Verlagerungseffekten zwischen den Sektoren (z. B. nach Vergütungsreformen)
- Entwicklung von Konzepten zur sektorenübergreifenden Versorgung
- Evaluation von integrierten Versorgungsmodellen
- Bundesministerium für Gesundheit
- Landesministerien für Gesundheit (Krankenhausplanung)
- Kommunen als Träger öffentlicher Krankenhäuser
- Einzelne Krankenhäuser und Klinikverbünde
- Kommunale, freigemeinnützige und private Krankenhausträger
- Krankenhausverbände auf Landes- und Bundesebene
- Gesetzliche Krankenversicherungen und ihre Verbände
- Private Krankenversicherungen und ihre Verbände
- Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK)
- Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)