Quick Links
Ambulante Versorgung
Die ambulante Versorgung ist ein zentraler Pfeiler des deutschen Gesundheitssystems. Als erster Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten kommt niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und medizinischen Versorgungszentren eine entscheidende Bedeutung zu. Insbesondere die fachärztliche Versorgung ist in Deutschland anders als in anderen Ländern Europas vorwiegend im ambulanten Sektor angesiedelt.
Die ambulante Versorgungslandschaft steht wie das gesamte Gesundheitswesen vor großen Herausforderungen
Ärztemangel und Nachwuchsproblematik fordern ambulante Versorgung heraus
Eine zentrale Herausforderung ist der zunehmende Mangel an Ärztinnen und Ärzten in der ambulanten Versorgung. Besonders in ländlichen Regionen wird es immer schwieriger, freiwerdende Kassensitze nachzubesetzen. Gleichzeitig verändert sich die Lebenseinstellung des ärztlichen Nachwuchses, der verstärkt Wert auf geregeltere Arbeitszeiten und flexiblere Beschäftigungsmodelle legt. Die traditionelle Einzelpraxis hat bei den jüngeren Generationen von Ärztinnen und Ärzten an Attraktivität eingebüßt.
Ambulante Versorgung in ländlichen Regionen erfordert neue Konzepte
Während in städtischen Regionen häufig ein dichtes Versorgungsangebot besteht, zeigen sich in ländlichen Gebieten zunehmend Versorgungslücken. Diese Unterschiede erfordern innovative Konzepte zur Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung.
Demographischer Wandel stellt neue Anforderungen an ambulante Versorgung
Die alternde Bevölkerung und die damit verbundene Zunahme chronischer Erkrankungen stellen neue Anforderungen an die ambulante Versorgung. Gleichzeitig führen veränderte Familienstrukturen und die wachsende Zahl von Einpersonenhaushalten zu einem erhöhten Bedarf an institutionalisierten Versorgungsformen, besonders im Alter.
Struktureller Wandel verändert ambulante Versorgungsangebote
Die ambulante Versorgungslandschaft durchläuft einen strukturellen Wandel: Während früher die Einzelpraxis dominierte, haben kooperative Versorgungsformen in Form von Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) inzwischen deutlich an Bedeutung gewonnen.
Digitalisierung der ambulanten Versorgung notwendig
Die Integration digitaler Lösungen in die ambulante Versorgung bietet große Chancen: Telemedizin überwindet räumliche Distanzen, elektronische Patientenakten, Entscheidungsunterstützungssysteme und datenbasierte Qualitätssicherung verbessern die Behandlungsergebnisse, digitale Plattformen fördern die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Leistungserbringern, und digitale Monitoring-Systeme ermöglichen eine aktivere Rolle der Patienten.
Das IGES Institut bietet umfassende Forschungs- und Beratungsleistungen rund um die ambulante Versorgung an. Unsere Expertise erstreckt sich auf Fragen der künftigen Struktur, des Zugangs und der Erreichbarkeit, der Qualität und Vergütung ambulanter Leistungen sowie der ärztlichen Aus- und Weiterbildung. Wir unterstützen bei der Entwicklung und Evaluation neuer Versorgungsformen wie Primärversorgungszentren, Ärztenetzwerken oder telemedizinischen Angeboten.
Mit langjähriger Erfahrung in der Versorgungsforschung analysieren wir bestehende Strukturen, entwickeln innovative Versorgungskonzepte und evaluieren neue Angebotsformen. Dabei greifen wir auf umfangreiche Datenbestände zurück und kombinieren verschiedene methodische Ansätze - von der Analyse von Routinedaten über Befragungen bis hin zu qualitativen Forschungsmethoden.
Wir verstehen die komplexen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen und können so ganzheitliche Lösungsansätze entwickeln, die sowohl die Qualität der Versorgung verbessern als auch die Wirtschaftlichkeit im Blick behalten.
- Auswertung von Routinedaten der Krankenkassen zur Versorgungsforschung
- Analyse regionaler Versorgungsunterschiede und -bedarfe
- Identifikation von Über-, Unter- und Fehlversorgung
- Evaluation von Versorgungsstrukturen und -prozessen
- Konzeption und Begleitung von Versorgungsprogrammen (z. B. Disease-Management-Programmen (DMP))
- Beratung zu integrierten Versorgungskonzepten
- Simulation und Modellierung neuer Versorgungsansätze
- Entwicklung neuer Strukturen in der Primärversorgung und hausärztlichen Versorgung
- Erstellung von Benchmarking-Systemen für ambulante Leistungserbringer
- Implementation von evidenzbasierten Leitlinien in die Versorgungspraxis
- Entwicklung von Instrumenten zur Messung der Versorgungsqualität
- Kosten-Nutzen-Bewertungen ambulanter Versorgungsformen
- Analysen zur Wirtschaftlichkeit ambulanter Leistungen
- Beratung zu Vergütungsmodellen und Anreizsystemen
- Prognosen zur Ausgabenentwicklung im ambulanten Sektor
- Konzeption und Evaluation telemedizinischer Angebote
- Entwicklung digitaler Entscheidungsunterstützungssysteme
- Evaluation digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA)
- Patientenbefragungen zur Versorgungsqualität
- Analysen zu Präferenzen und Wahlentscheidungen von Versicherten
- Befragungen von Leistungserbringern
- Erhebungen zur Nutzerakzeptanz neuer Versorgungsformen
- Analyse bestehender Regulierungen im ambulanten Sektor
- Entwicklung von Reformvorschlägen
- Bewertung gesundheitspolitischer Maßnahmen
- Beratung zu wettbewerblichen Rahmenbedingungen
- Ärztekammern (Land und Bund)
- Kassenärztliche Vereinigungen (Region und Bund)
- Kassenzahnärztliche Vereinigungen (Region und Bund)
- Berufs- und Fachverbände von Ärzten
- Medizinische Fachgesellschaften
- Träger Medizinischer Versorgungszentren (MVZ)
- Anbieter von Managed-Care-Leistungen
IGES Institut mit ganzheitlichem Blick auf das ambulante Versorgungsnetz
Das IGES Institut betrachtet die ambulante Versorgung stets als umfassendes Netzwerk verschiedener Akteure. Neben ärztlichen Leistungserbringern spielen zahlreiche weitere Einrichtungen eine entscheidende Rolle für eine funktionierende ambulante Versorgung. IGES bezieht in seine Forschungs- und Beratungsprojekten bei Bedarf auch diese Leistungserbringern ein:
- Rettungsdienste und Notfallversorgungsstrukturen als Schnittstelle zwischen präklinischer und klinischer Versorgung
- Apotheken
- Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden
- Ambulante Pflegedienste und Sozialstationen
- Psychotherapeutische Praxen
- Hebammen und Entbindungspfleger
- Sozialdienste und Beratungsstellen