Befragung: Nur jeder Vierte ab 50 will mit Aktivrente länger arbeiten
Nur einer von vier Beschäftigten ab 50 Jahren kann sich gut vorstellen, die Aktivrente für eine längere Berufstätigkeit zu nutzen. Häufigster Hinderungsgrund ist bei Frauen der eigene Gesundheitszustand, bei Männern hingegen der fehlende finanzielle Anreiz. Zugleich zeigt sich: Wer als älterer Beschäftigter wenig Anerkennung für sein Erfahrungswissen durch Vorgesetzte erhält, plant häufiger einen frühzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben.
Berlin, 22. Juni 2026 (IGES Institut) – Das geht aus einer Befragung von rund 7.000 Beschäftigten im Alter zwischen 18 und 67 Jahren hervor, die das IGES Institut für den DAK-Gesundheitsreport 2026 im Auftrag der DAK-Gesundheit ausgewertet hat. Demnach können sich 24 Prozent der Befragten ab 50 Jahren gut vorstellen, die Aktivrente zu nutzen, 41 Prozent schließen es zumindest nicht aus. Jeder Dritte lehnt es hingegen klar ab. Die Aktivrente gilt seit 1. Januar 2026. Sie ermöglicht es Beschäftigten, nach Erreichen der Regelaltersgrenze bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen.
Geschlechterunterschiede beim Thema Aktivrente
Unter denjenigen, für die die Aktivrente persönlich nicht in Frage kommt, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Für 36 Prozent der Frauen ist der eigene Gesundheitszustand der wichtigste Hinderungsgrund. Nur 27 Prozent der befragten Männer nennen dies als Ursache. Hauptgrund bei männlichen Beschäftigten ist hingegen der fehlende finanzielle Anreiz (28 Prozent), während dies bei nur 16 Prozent der Frauen der Fall ist.
Schlüsselfaktor Anerkennung des Erfahrungswissens
Ob Beschäftigte länger arbeiten wollen, hängt auch davon ab, wie sehr ihr Erfahrungswissen im Betrieb geschätzt wird. Nur 44 Prozent aller Beschäftigten geben an, ein hohes Maß an Anerkennung für ihr Erfahrungswissen durch ihre Vorgesetzten zu erhalten. Selbst unter denjenigen mit besonders viel Erfahrungswissen erhält nur gut die Hälfte eine entsprechende Wertschätzung. Das hat Folgen für die Rentenpläne: Beschäftigte ab 50 Jahren mit wenig Anerkennung planen zu einem höheren Anteil (55 Prozent), vor dem gesetzlichen Rentenalter in Rente zu gehen, als jene mit mehr Anerkennung.
44 Prozent der Beschäftigten denken über Frührente nach
Insgesamt hat mehr als jeder zweite Beschäftigte ab 50 Jahren (52 Prozent) einen Ausstieg vor dem gesetzlichen Rentenalter vor. Über alle Altersgruppen hinweg denken 44 Prozent der Beschäftigten daran, vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. 35 Prozent möchten bis zum Rentenalter arbeiten, und nur neun Prozent wollen darüber hinaus tätig bleiben.
Ältere Beschäftigte seltener, aber dafür länger krankgeschrieben
Beschäftigte ab 50 Jahren werden zwar seltener krankgeschrieben als jüngere Kolleginnen und Kollegen, fallen dann aber deutlich länger aus. Auf 100 DAK-versicherte Mitarbeiter kommen in dieser Altersgruppe 165 Krankschreibungen, bei den unter 50-Jährigen sind es 213 (bezogen auf das Jahr 2025). Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung beträgt ab 50 Jahren mit 16,3 Tage doppelt so lange wie bei den Jüngeren, wo es nur 8,2 Tage sind. In der Summe ergeben sich je 100 Versicherte ab 50 Jahren 2.693 Fehltage, gegenüber 1.744 Fehltagen bei den Jüngeren.
Nach Renteneintrittsalter sinkt Krankenstand
Der Krankenstand steigt dabei bis zum Alter von 66 Jahren an und lag 2025 in dieser Altersgruppe bei 11 Prozent. Die danach deutlich sinkenden Werte erklären sich durch den sogenannten Healthy-Worker-Effect: In der späten Erwerbsphase verbleiben vor allem überdurchschnittlich gesunde Beschäftigte im Beruf. So liegt der Krankenstand etwa bei den 69-Jährungen nur bei 3,9 Prozent.
Für den DAK-Gesundheitsreport 2026 wertet ein IGES-Expertenteam Arbeitsunfähigkeitsdaten von 2,4 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten aus dem Jahr 2025. Die Befragung zum Thema Rentenplanung erfolgte durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa.