Krankenstand 2025 bleibt auf hohem Niveau
Der Krankenstand verharrt weiterhin auf hohem Niveau. Er lag 2025 erneut bei 5,4 Prozent. Seit 2022 bewegt er sich nach Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbeschreibung, kurz eAU, in dieser Höhe. Die meisten Fehltage lösten erneut Atemwegserkrankungen aus. An zweiter Stelle folgten psychische Erkrankungen, die bei den Fehltagen zu einem Plus von 6,9 Prozent führten. Im Vorjahr hatten Muskel-Skelett-Erkrankungen noch den Platz zwei als Ursache von Arbeitsunfähigkeit inne.
Berlin, 5. August 2026 (IGES Institut) – Dies geht aus einer aktuellen Analyse des Berliner IGES Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor, für die Daten von 2,4 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet wurden. Ein Krankenstand von 5,4 Prozent bedeutet, dass an jedem Tag in 2025 im Durchschnitt 54 von 1.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern krankgeschrieben waren.
19,5 Fehltage pro Kopf im Jahr 2025
Knapp zwei Drittel alle DAK-versicherten Beschäftigten hatten mindestens eine Krankschreibung. Im Durchschnitt waren sie 2025 insgesamt 19,5 Tage krankgeschrieben, ähnlich viel wie im Vorjahr mit 19,7 Tagen. Extrem lange Krankschreibungen, länger als 42 Tage, machten 2,5 Prozent aller Krankschreibungen aus.
Atemwegserkrankungen, psychische Leiden und Muskel-Skelett-Erkrankungen zusammen sind für rund die Hälfte der Ausfalltage verantwortlich. Psychische Erkrankungen führten zu knapp 366 Fehltagen je 100 Versicherte. Im Vorjahr waren dies noch 342 Tage, fast sieben Prozent weniger.
Beschäftigte im Gesundheitswesen am stärksten betroffen
Den höchsten Krankenstand mit 6,2 Prozent hatten Beschäftigte im Gesundheitswesen, den niedrigsten Berufstätige im Bereich Datenverarbeitung und Informationstechnologie mit 3,4 Prozent.
Elektronische Meldeverfahren verändert Krankenstanderfassung
Die Ursachen des sprunghaften Anstiegs des Krankenstandes im Jahr 2022 auf fünf Prozent hatten IGES-Experten Anfang 2025 untersucht. Demnach geht dies hauptsächlich auf die Einführung der eAU, zurück. Dadurch gehen Krankschreibungen automatisch von den Arztpraxen an die Krankenkassen, die Einreichung kann also durch die Versicherten nicht vergessen werden, was das Meldeaufkommen erhöht.
Das ist eine Hauptursache dafür, dass die Zahl der jährlichen erfassten Fehltage pro Beschäftigten von rund 15 Kalendertagen im Jahr 2019 auf 20 im Jahr 2022 angestiegen ist. Ein weiterer Grund sind Erkältungswellen. Zudem neigen Beschäftigte seit der Coronapandemie eher dazu, sich krank zu melden, um Kollegen nicht anzustecken. Durch die eAU werden außerdem leichtere, kürzere Episoden psychischer Erkrankungen stärker erfasst als zuvor. Keinen nennenswerten Einfluss haben die telefonische Krankschreibung oder missbräuchlicher Umgang damit, wie die IGES-Untersuchung aus 2025 zeigt.
Da das elektronische Meldeverfahren weiterhin besteht und der Krankstand ähnlich hoch bleibt, sehen die IGES-Fachleute sich in dieser Erkenntnis bestätigt. „Beim Thema Krankenstand gibt es durch die Digitalisierung der Krankenstandserfassung eine Welt davor und danach. Das höhere Meldungsniveau wird daher weiter anhalten“, sagt Susanne Hildbrandt, Bereichsleiterin Reporting&Analysen am IGES Institut.